Mexikanische Hochkulturen – Die Tolteken

Die Indianerstämme, welche das kulturelle wie religiöse Erbe der Teotihuacáns erbten und versuchten nach dieser Art und Weise weiterzuleben, waren bereits 900 nach Christus eine dominierende herrschende Macht im Hochland Mexikos. Der Sammelbegriff dieses Stammes nennt sich Tolteken, was übersetzt so viel bedeutet wie "geschickte Handwerker" oder "handwerklich Begabte." Der Begriff setzt sich aus "tolca" wie "teca" zusammen. "Tolca" bedeutet übersetzt so viel wie "sich beschäftigen" und "tolca" bedeutet "meisterhaft". Somit eine eindeutige Botschaft, dass das handwerkliche Geschick dieser Gruppe im Vordergrund stand.


Die Geschichte der mexikanischen Hochkultur

Mit der Einwanderung der Völker aus dem Norden begann die Geschichte der Tolteken im zentralen Mexiko. Voraussichtlich war es das 9. Jahrhundert als die Völker nach Zentralmexiko wanderten. Da es zu dieser Zeit keine herrschende Macht in Mexiko gab, war es für die neuen Völker leicht ihre Kulturen zu bewahren und das neue Land zu besiedeln. Tollán Xicocotitlán wurde das neue Reich genannt, in welchen die aus dem Norden stammenden Völker lebten. Die Ruinen sind in der heutigen Zeit unter dem Begriff Tula bekannt. Zur stärksten Zeit lebten 60.000 Einwohner in der indigenen Stadt. Durch die kreativ gestalteten Skulpturen konnte eine Hochkultur aufgebaut werden, welche viele Menschen begeisterte. Doch bereits nach dem Ende des 12. Jahrhunderts war die Blütezeit vorbei und das Ende der Hochkultur war eingeläutet. Die Stadt Tula wurde zerstört und die dort lebenden Menschen wurden durch ganz Mexiko zerstreut. Kriegerstatuten wie zum Teil zerstörte Tempel sind der einzige Beweis dafür, dass die damalige Hochkultur in diesem Bereich lebte. Die Tolteken waren zudem auch dafür bekannt, dass sie in ihren Ritualen immer wieder Menschen opferten.


Die Ruinen und die Schriften – die Forscher stehen weiter vor einem Rätsel

Alles was von der damaligen Zeit heute übrig blieb, ist eine Ruinenstadt. Die handwerklich geschickten Tolteken haben zwar durch das Bemalen und Gravieren der Gebäude Aufschluss über ihre Kultur gegeben, doch viele Sachen sind bis heute noch ungeklärt und geben den Historikern weiter Rätsel auf. Auch wenn die gefundenen Schriften von einer Macht bis in das 16. Jahrhundert sprechen, sind sich Historiker wie Archäologen sicher, dass bereits Ende des 11. Jahrhunderts das Ende der Tolteken eingeläutet wurde. Gerade aus diesem Grund sind heute noch viele Forscher an der Mystik dieser Kultur interessiert. Die Recherche ist aber äußerst schwierig, da schon der Begriff Tolteken keine Gruppe bezeichnet, sondern Völker und Menschen, welche durch ihr handwirkliches Geschick aufgefallen waren. Was im Endeffekt tatsächlich aus dieser Volksgruppe wurde, lässt sich bis heute noch immer nicht genau sagen. Viele Forscher sind auch der Meinung, dass eine Verbindung zu den Maya bestanden haben muss. Dies deshalb, da eine der interessanten verbliebenen Sehenswürdigkeiten der ehemaligen Großstadt, die sogenannte Morgenstern-Pyramide, welche zum Teil noch erhalten ist, dem Gott Tlahuizcalpantecuhtli gewidmet wurde. Dieser Gott sieht zudem Chichén Itzá ähnlich, der Figur der Maya. Zudem sind weitere bekannte Skulpturen die Atlanten von Tula. Zudem interessieren sich heute noch viele Mexikaner für ihre Vorgänger und viele Forscher versuchen die Schriften weiterhin zu entschlüsseln. Es ist aber nicht absehbar, wann und ob eine genaue Entschlüsselung der damaligen Hochkultur jemals stattfinden wird.